Nachhaltigkeit in der WOLKE 7

Bereits 2018 hat sich unsere Einrichtung mit der Zertifizierung als „Nachhaltige Kita“ auf die Reise gemacht, das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus zu rücken und das eigene Profil in diese Richtung zu schärfen.

Speziell in den vergangenen Monaten hat es nun, nicht zuletzt durch gemeinschaftliche Aktionen zugunsten des Klimaschutzes wie die freitäglichen Schulstreiks immer mehr an gesellschaftlicher Aufmerksamkeit und Bedeutung für unseren Alltag gewonnen. Hierdurch hat auch der Nachhaltigkeitsgedanke in unseren Köpfen neuen „Schwung in die Segel“ bekommen. Diesen wollten wir aufnehmen und haben daher unseren Einrichtungsschwerpunkt komplett in Richtung Nachhaltigkeit gelegt. Mit den Kindern gehen wir nun zu Themen wie Müllvermeidung, dem eigenen Anbau von Obst und Gemüse, der näheren Beschäftigung mit Tieren und Pflanzen aus ihrer direkten Lebenswelt und einer gesunde Ernährung in Austausch und Interaktion. Viele Projekte, sowohl Einrichtungsinterne wie auch FRÖBELweite, wurden seitdem mit den Kindern geplant, vorbereitet und durchgeführt.

Innerhalb der Einrichtung bemühen wir uns zudem stark darum, Spielmaterialien aus Kunststoff durch nachhaltig produziertes Material, sowie wertfreies Naturmaterial zu ersetzen.

Die Lebensmittel für unser täglich frisch zubereitetes Essen erhalten wir zu großen Teilen von dem Gemüsewagen eines regionalen Bauernhofes, sowie von einer lokalen Metzgerei. Zudem haben wir den eigenen Anbau von Obst und Gemüse mit dem Bau von Hochbeeten vorangebracht.

Jedes Jahr überlegten wir, wie wir die spannende Zeit des Advents mit unseren Kindern verbringen können. 2018 kam uns die ultimative Idee. Wir schenken unseren Kindern Zeit. Jedes Kind kann 30 Minuten des Tages, an dem es gezogen wurde mit dem Mitarbeiter seiner Wahl in eine Aktion seiner Wahl gehen. Dies ist für unsere Kinder wesentlich wertvoller und zudem nachhaltiger als Konsumartikel. Die Idee der „Wolkenstunde“ kam so gut an, dass dies seitdem unser festes Ritual in der Weihnachtszeit ist.

Dieser Gedanke begleitete uns noch weit ins Jahr 2019 hinein. Der Mutter- und Vatertag, welcher mit einem traditionellen Ritual (Ideen meist von den Mitarbeitern *innen) verknüpft war und nicht mehr zu unserem Konzept der Partizipation passte, wurde, in Absprache mit den Kindern, mit wertvoller „Zeit für die Kinder“ nachhaltig umstrukturiert. Es entstand die Idee, dass die Kinder ihren Eltern gemeinsame Zeit in der WOLKE 7 schenken. Beide Eltern erhielten pro Kind einen Gutschein für einen Besuch im Kindergarten. Diesen können die Eltern, je nach zeitlichen Möglichkeiten innerhalb eines Jahres einlösen. Auch diese Idee erhielt großen Anklang, sodass auch diese in unsere Tradition aufgenommen wird.

Beim Frühstück beobachteten die Kinder, dass in vielen Frühstücksdosen „abgepackte“ Lebensmittel mitgebracht wurden. Im Kinderparlament wurde dies thematisiert. Gemeinsam suchten wir nach einer Lösung. Wir überprüften, wie viel Abfall wir produzieren, wenn jedes Kind beispielsweise einen einzeln verschweißten Käsestreifen bekommt. Im nächsten Schritt schnitten wir für jedes Kind Käse von einem Goudablock ab und verglichen die Müllmengen. Dabei wurde uns klar, dass viel weniger Verpackungsmüll entsteht, wenn wir Käse von einem großen Käseblock abschneiden. Um uns immer wieder darin zu erinnern wurde der „Freitag mit Gouda“ eingeführt. Freitags steht auf jedem Frühstückstisch eine Schale mit aufgeschnittenem Käse.

Selbstverständlich sind wir noch längst nicht am Ende unserer Reise angelangt. Wir arbeiten weiter hart daran, unseren Schwerpunkt auszudifferenzieren und noch stärker in den pädagogischen Alltag zu integrieren. Hierzu gehört insbesondere, ihn in allen Funktionsräumen und Spielbereichen sichtbar zu machen und das Thema spürbar für alle Kinder, Eltern und Fachkräfte authentisch, nachvollziehbar und begeisternd zu leben.