„Sie (die Kinder) müssen wählen können, wo und mit wem Sie ihre

Neugier, ihre Intelligenz, ihre Emotionen einsetzen:

Um die erschöpferischen Möglichkeiten der Hände, der Augen und der Ohren,

der Formen, Materialien, Töne und Farben zu erspüren,

sich bewusst zu machen, wie der Verstand, das Denken und die Fantasie

ständig Verbindung zwischen einzelnen Dingen herstellen

und die Welt in Bewegung und Aufruhr versetzen.“

Loris Malaguzzi

 

Das offene Konzept orientiert sich an der Individualität jedes einzelnen Kindes, sowie den jeweiligen kindlichen Interessen und Bedürfnissen.

Da Lernvorgänge am erfolgreichsten sind, wenn die Kinder selbständig Thema, Zeitpunkt, Ort und Lernpartner wählen können, wird dieser Aspekt in den Fokus gerückt.

Für die pädagogischen Fachkräfte gilt es dabei, aufmerksam zu beobachten, aktuelle Themen und Interessenschwerpunkte, aber auch Vorlieben bzgl. Personen, Material und Beschäftigungsweisen der Kinder zu erkennen und genau dort anzusetzen. Durch Impulse und Angebote, aber auch durch die eigene Offenheit und Flexibilität, die notwendige Zeit zur Verfügung zu stellen ermöglichen sie den Kindern ihre selbstgewählten Lern- und Bildungsmöglichkeiten.

Neben dieser Form von Partizipation und Beteiligung an der Gestaltung des pädagogischen Alltags sind die entwicklungsangemessene Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit der Kinder dabei zentrale Aspekte. Auf diese Weise werden die Neugier und Selbstwirksamkeit der Kinder ebenso gefördert, wie auch ihre Rechte gestärkt und ihr Streben nach Unabhängigkeit und Eigenverantwortung unterstützt. Durch die Vielfältigkeit der Kinder und ihrer Interessen können auch die mannigfaltigen Ressourcen und Kompetenzen im pädagogischen Team optimal eingesetzt werden.

Die offene Pädagogik bietet auf diese Weise den idealen Nährboden für die individuelle Entwicklung von Kind und Team gleichermaßen.